Wir tun etwas, statt nur beteuern, sauber zu sein.

Doping sorgt auch im Schwimmsport immer wieder zu Diskussionen. Dies vor allem im internationalen Spitzen-Schwimmsport. Erinnert sei in diesem Zusammenhang mit der Verhaftung einer chinesischen Schwimmerin, die 1998 bei der Einreise nach Australien mit Wachstumshormonen im Gepäck erwischt wurde. Zudem wurden im Schwimmsport oft ausserordentliche Leistungen (z.B. von Ian Thorpe, Michael Phelps) mit Doping in Zusammenhang gebracht. Dies insbesondere, da der Internationale Schwimmverband noch keine regelmässige Blutproben erhebt oder Längsprofile (Blut, Urin) seiner Spitzenleute erstellt.

Im Jahr 2008 wurde Antidoping Schweiz von Swiss Swimming kontaktiert, um die Machbarkeit zur Einführung von Blutprofilen im Schweizer Schwimmsport einzuführen. Durch die Zusage von AMGEN Schweiz, ein derartiges Projekt (vorerst für ein Jahr) in Form eines Projektsponsorings zu unterstützen, kann das Projekt begonnen werden.

Swiss Swimming will ein Spezialkader mit rund zehn Athletinnen und Athleten für die Olympischen Spiele 2012 in London bilden, das speziell betreut und unterstützt wird.

Mit regelmässigen Blut- und Urinkontrollen kann für jeden einzelnen Teilnehmenden ein individuelles Langzeitprofil (hämatologisches Profil und Steroidprofil) erstellt werden, anhand dessen belegt werden kann, dass die Leistungen „clean“ erreicht wurden. Die Einnahme eines unerlaubten Mittels hat hingegen Einfluss auf den Hormonhaushalt oder die Zusammensetzung des Blutes. Dank den erstellten Profilen kann bei Unregelmässigkeiten die Einnahme eines Mittels belegt werden, selbst wenn die Substanz nicht eindeutig identifiziert werden kann. Zudem können einige der gemessenen Werte auch zur Beurteilung des Gesundheits- und Trainingszustandes beigezogen werden.
Am 25. November 2009 hat das oberste Sportschiedsgericht (TAS) in Lausanne im Falle der deutschen Eisschnellläuferin Claudia Pechstein entschieden, dass derartige Blutprofile den hohen wissenschaftlichen und juristischen Ansprüchen genügen, um bei Unregelmässigkeiten auf eine Manipulation schliessen zu können.
Mit diesen Profilen können einerseits „saubere“ Leistungen belegt, Manipulationen hingegen aufgedeckt werden. Sie dienen somit zum Schutz von fairen Athletinnen und Athleten.

Teilnehmende verpflichten sich durch ihre Unterschrift auf einem noch auszuarbeitenden Commitment (ähnlich demjenigen der UCI), dass sie am Projekt mitmachen, ihre diesbezüglichen Verpflichtungen (insbesondere die vorgesehenen Untersuchungen, Dopingkontrollen, Abwesenheitsmeldungen (Whereabouts) und eventuelle Marketingauftritte) vollständig wahrnehmen. Im Gegenzug erhalten sie umfassende Informationen zu ihren Blutparametern, Leistungsparametern, Blut- und Steroidprofilen, die sie in ihrer weiteren Karriere als "biologischen Pass" verwenden können. Zusätzlich werden die durchgeführten Dopingkontrollen aufgeführt.

Die Erhebung der Parameter und das Handling (inkl. Transport der Proben), die Interpretation der Daten richtet sich nach dem Athlete Biological Passport Operating Guidelines der WADA und den Erfahrungen des LAD mit dem Blutpass der UCI.

 

100% sport. 100% clean.